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	<title>Kommentare zu: Film über BDSM</title>
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	<description>Erotische Kunst, Fotografie, Bilder und erotische Geschichten.</description>
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		<title>Von: LEGION</title>
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		<dc:creator>LEGION</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2006 20:13:10 +0000</pubDate>
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		<description>Vordergr&#252;ndiges Thema des Films ist das Leben zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein k&#246;nnen, die wie Eva und Lilith sind: auf der einen Seite die etwas naiv-trotzige Hotelierstochter (Eva, sehr intensiv gespielt von Marina Anna Eich), die in der Tristesse ihrer Konditionierungen zu versinken droht; auf der anderen Seite die hochintelligente, aber innerlich leere Domina (Magdalena alias Lady Maria, souver&#228;n gespielt von Mira Gittner), die in ihrer Freiheit den Boden unter den F&#252;ßen zu verlieren droht. Das Schicksal f&#252;hrt diese beiden kontr&#228;ren Frauenbilder zusammen, und erwartungsgem&#228;ß kommt es zu einer heftigen Reaktion. Die Domina Lady Maria gew&#228;hrt der sch&#252;chternen Eva einen Blick in die Welt des Sadomasochismus und schickt sie damit auf eine abenteuerliche Reise in das unentdeckte Land sinnlicher Erotik. Doch nicht alles verl&#228;uft so, wie Eva es sich vorgestellt hat, und auch die Domina mit den zwei Gesichtern wird letztlich vor harte Pr&#252;fungen und unver&#228;nderliche Wahrheiten gestellt, die ihr eine Selbstreflektion erm&#246;glichen bzw. diese unweigerlich einleiten. In diesem Film haben alle etwas zu lernen, ohne daß man einen Lehrer ausmachen k&#246;nnte.

Wirkt die in den Vorspann eingebettete Zusammenf&#252;hrung der Figuren anf&#228;nglich noch etwas staksig und holprig, so l&#228;uft das Werk mit Einsetzen der Handlung schnell zu voller Professionalit&#228;t auf. In f&#252;r den der SM Szene fremden Zuschauer ungew&#246;hnlich bedrohlichen Bildern kommt Regisseur Reber ohne Umschweife zur Sache und konfrontiert uns mit der dunkeln Seite der menschlichen Seele: Wir sehen den Gesch&#228;ftsmann, der beim meeting den Sitz seiner Windel dezent pr&#252;ft, den theophoben Autostigmatiker, der im Weg der S&#252;nde Erleuchtung sucht, da ist der freundliche &#228;ltere Herr, der in Dienstmagdkleidung stets zur Stelle ist... in einem Feuerwerk ungew&#246;hnlicher Phantasien h&#228;mmert Reber dem Zuschauer ein, daß es hier ums Eingemachte geht, nicht um das lose Vergn&#252;gen, das uns in Vanilla-Clubs und Bl&#252;mchencommunities gelegentlich am&#252;siert.

Interessant an der Ausgestaltung des Films sind die Locations und Drehorte. Zum Einen gibt es Szenen aus dem Swingerclub &quot;La Boum&quot;, hier wurden an einem authentischen Drehort die &quot;Vibes&quot; eines solchen Clubs recht gut inszeniert. Kuschlig, gesellig, ein ganz klein wenig spießig im Interieur, ist der Club als Sinnbild &quot;b&#252;rgerlich akzeptierter Un-Moral&quot; zu verstehen, w&#228;hrend die SM-Szenen, gedreht in einem hervorragenden Studio, die Kompromißlosigkeit des SM-Suchenden kontr&#228;r dazu kommunizieren. Erst die Extreme des SM schaffen nach allen Seiten einen Rahmen, in dem genug Platz f&#252;r kreative Selbst-Erschaffung ist, jenseits einer aus Fremdkonditionierungen bestehenden Korsage. So lernen wir im Verlaufe der Geschite, die uns der Film erz&#228;hlt, daß es nicht Dominik, Elfriede oder Gummisau sind, die in Fesseln liegen, sondern Menschen wie Evas scheinbar lockerer Reiseleiter der Lust -Mike- (gespielt von Clubbesitzer Michael), die gefangen sind in unsichtbaren Ketten, die man ihnen in ihrer Kindheit unbemerkt angelegt hat. Diesen Unterschied zwischen &quot;geduldeter&quot; Freiheit (die keine wahre Freiheit ist) und totaler Ich-Konfrontation durch das ungehemmte Ausleben selbst tiefster, verborgenster Triebe zeigt Roland Reber hier durch den direkten Vergleich auf. W&#228;hrend die Swingergemeinde eher den Eindruck macht, etwas rastlos umherzusuchen, im Nebel der Pheromone und Testosterone herumzustochern, zeigen sich die SMler als straighte und zielorientiert an sich selbst arbeitende Menschen, die durch die Rituale, welche sie vollziehen, ihrer Suche einen Sinn geben. All die Dinge, von denen Mike Eva erz&#228;hlt, hat er nicht wirklich, das merkt er erst, als er sich sie verliebt und in einem Strudel l&#228;ngst verdr&#228;ngter Emotionen zu versinken droht.

24/7 offenbart schonungslos. So mag es nicht verwundern, wenn dieser Film evtl. nicht mit FSK 16 an den Start geht, obwohl er das durchaus verdient h&#228;tte. Es sind sicherlich nicht die Erotikszenen, die eine FSK18-Bwertung verursachen, sondern vielmehr die unverbl&#252;mten Wahrheiten, die 24/7 uns schonungslos auf den Tisch knallt. Roland Reber spielt in seinen Bildern virtuos mit der komplexen Beziehung von Dom und Sub, er l&#228;ßt uns als Zuschauer eng teilhaben an dem inneren Zerw&#252;rfnis, aus dem heraus der Mensch sich selbst als freies Wesen erschafft. Doch der Weg in den Himmel f&#252;hrt oft genug durch die Feuer der H&#246;lle, und daß dieser Weg steinig und voller Dornen ist, merken Lady Marias Z&#246;glinge sehr schnell. Letztlich ist es nicht der Sklave Gummisau, der seiner Herrin dient, sondern umgekehrt; die Grenzen verschwimmen mit fortlaufender Spieldauer des Filmes mehr und mehr.

Im Grunde sind es am Ende die scheinbar &quot;niederen&quot; Charakt&#228;re, die Duldenden, die aufnehmenden Subs und Sklaven, die sich durch ihre Unterwerfung selbst befreien. Deulich wird dies in einer Schl&#252;sselszene, in der die m&#228;nnliche Zofe der Lady Maria ihr, als sie krank ist, Medizin bringt und sie bekocht und f&#252;ttert, um dann aufzustehen und zu sagen: &quot;Ich muß dann jetzt gehen&quot;. Lady Maria kann nicht gehen, sie muß bleiben.

Weiter im Text siehe hier:
http://www.newaeon.de/index.php?act=viewtext&amp;textID=179844</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vordergr&uuml;ndiges Thema des Films ist das Leben zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein k&ouml;nnen, die wie Eva und Lilith sind: auf der einen Seite die etwas naiv-trotzige Hotelierstochter (Eva, sehr intensiv gespielt von Marina Anna Eich), die in der Tristesse ihrer Konditionierungen zu versinken droht; auf der anderen Seite die hochintelligente, aber innerlich leere Domina (Magdalena alias Lady Maria, souver&auml;n gespielt von Mira Gittner), die in ihrer Freiheit den Boden unter den F&uuml;ßen zu verlieren droht. Das Schicksal f&uuml;hrt diese beiden kontr&auml;ren Frauenbilder zusammen, und erwartungsgem&auml;ß kommt es zu einer heftigen Reaktion. Die Domina Lady Maria gew&auml;hrt der sch&uuml;chternen Eva einen Blick in die Welt des Sadomasochismus und schickt sie damit auf eine abenteuerliche Reise in das unentdeckte Land sinnlicher Erotik. Doch nicht alles verl&auml;uft so, wie Eva es sich vorgestellt hat, und auch die Domina mit den zwei Gesichtern wird letztlich vor harte Pr&uuml;fungen und unver&auml;nderliche Wahrheiten gestellt, die ihr eine Selbstreflektion erm&ouml;glichen bzw. diese unweigerlich einleiten. In diesem Film haben alle etwas zu lernen, ohne daß man einen Lehrer ausmachen k&ouml;nnte.</p>
<p>Wirkt die in den Vorspann eingebettete Zusammenf&uuml;hrung der Figuren anf&auml;nglich noch etwas staksig und holprig, so l&auml;uft das Werk mit Einsetzen der Handlung schnell zu voller Professionalit&auml;t auf. In f&uuml;r den der SM Szene fremden Zuschauer ungew&ouml;hnlich bedrohlichen Bildern kommt Regisseur Reber ohne Umschweife zur Sache und konfrontiert uns mit der dunkeln Seite der menschlichen Seele: Wir sehen den Gesch&auml;ftsmann, der beim meeting den Sitz seiner Windel dezent pr&uuml;ft, den theophoben Autostigmatiker, der im Weg der S&uuml;nde Erleuchtung sucht, da ist der freundliche &auml;ltere Herr, der in Dienstmagdkleidung stets zur Stelle ist&#8230; in einem Feuerwerk ungew&ouml;hnlicher Phantasien h&auml;mmert Reber dem Zuschauer ein, daß es hier ums Eingemachte geht, nicht um das lose Vergn&uuml;gen, das uns in Vanilla-Clubs und Bl&uuml;mchencommunities gelegentlich am&uuml;siert.</p>
<p>Interessant an der Ausgestaltung des Films sind die Locations und Drehorte. Zum Einen gibt es Szenen aus dem Swingerclub &#8220;La Boum&#8221;, hier wurden an einem authentischen Drehort die &#8220;Vibes&#8221; eines solchen Clubs recht gut inszeniert. Kuschlig, gesellig, ein ganz klein wenig spießig im Interieur, ist der Club als Sinnbild &#8220;b&uuml;rgerlich akzeptierter Un-Moral&#8221; zu verstehen, w&auml;hrend die SM-Szenen, gedreht in einem hervorragenden Studio, die Kompromißlosigkeit des SM-Suchenden kontr&auml;r dazu kommunizieren. Erst die Extreme des SM schaffen nach allen Seiten einen Rahmen, in dem genug Platz f&uuml;r kreative Selbst-Erschaffung ist, jenseits einer aus Fremdkonditionierungen bestehenden Korsage. So lernen wir im Verlaufe der Geschite, die uns der Film erz&auml;hlt, daß es nicht Dominik, Elfriede oder Gummisau sind, die in Fesseln liegen, sondern Menschen wie Evas scheinbar lockerer Reiseleiter der Lust -Mike- (gespielt von Clubbesitzer Michael), die gefangen sind in unsichtbaren Ketten, die man ihnen in ihrer Kindheit unbemerkt angelegt hat. Diesen Unterschied zwischen &#8220;geduldeter&#8221; Freiheit (die keine wahre Freiheit ist) und totaler Ich-Konfrontation durch das ungehemmte Ausleben selbst tiefster, verborgenster Triebe zeigt Roland Reber hier durch den direkten Vergleich auf. W&auml;hrend die Swingergemeinde eher den Eindruck macht, etwas rastlos umherzusuchen, im Nebel der Pheromone und Testosterone herumzustochern, zeigen sich die SMler als straighte und zielorientiert an sich selbst arbeitende Menschen, die durch die Rituale, welche sie vollziehen, ihrer Suche einen Sinn geben. All die Dinge, von denen Mike Eva erz&auml;hlt, hat er nicht wirklich, das merkt er erst, als er sich sie verliebt und in einem Strudel l&auml;ngst verdr&auml;ngter Emotionen zu versinken droht.</p>
<p>24/7 offenbart schonungslos. So mag es nicht verwundern, wenn dieser Film evtl. nicht mit FSK 16 an den Start geht, obwohl er das durchaus verdient h&auml;tte. Es sind sicherlich nicht die Erotikszenen, die eine FSK18-Bwertung verursachen, sondern vielmehr die unverbl&uuml;mten Wahrheiten, die 24/7 uns schonungslos auf den Tisch knallt. Roland Reber spielt in seinen Bildern virtuos mit der komplexen Beziehung von Dom und Sub, er l&auml;ßt uns als Zuschauer eng teilhaben an dem inneren Zerw&uuml;rfnis, aus dem heraus der Mensch sich selbst als freies Wesen erschafft. Doch der Weg in den Himmel f&uuml;hrt oft genug durch die Feuer der H&ouml;lle, und daß dieser Weg steinig und voller Dornen ist, merken Lady Marias Z&ouml;glinge sehr schnell. Letztlich ist es nicht der Sklave Gummisau, der seiner Herrin dient, sondern umgekehrt; die Grenzen verschwimmen mit fortlaufender Spieldauer des Filmes mehr und mehr.</p>
<p>Im Grunde sind es am Ende die scheinbar &#8220;niederen&#8221; Charakt&auml;re, die Duldenden, die aufnehmenden Subs und Sklaven, die sich durch ihre Unterwerfung selbst befreien. Deulich wird dies in einer Schl&uuml;sselszene, in der die m&auml;nnliche Zofe der Lady Maria ihr, als sie krank ist, Medizin bringt und sie bekocht und f&uuml;ttert, um dann aufzustehen und zu sagen: &#8220;Ich muß dann jetzt gehen&#8221;. Lady Maria kann nicht gehen, sie muß bleiben.</p>
<p>Weiter im Text siehe hier:<br />
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