Piercings – Schmerzen und Heilungsverlauf
Der Heilungsverlauf eines Piercings ist nicht einheitlich zu beantworten und hängt von ganz vielen Faktoren ab. Die Vorrangigsten dabei sind: – wie gut das Piercing gestochen wurde (Methode, Stichwinkel, ausreichende Tiefe etc.) – welches Körperteil gepierct wurde (ein Piercing im Schleimhaut- und Intimbereich heilt schneller & problemloser während ein Oberflächenpiercing jahrelang Probleme bereiten oder und im schlimmsten Fall herauswachsen kann) –
Qualität des Schmucks (hochwertiges Titan oder möglicherweise auch PTFE sind hier sehr wichtig) – von der Art/Fom des gewünschten Schmuckstückes (Ringe sind beispielsweise schwieriger als Stäbe) – wie gut das Piercing gereinigt und gepflegt wird (trotz Schmerzen muss es anfangs ständig gedreht, ordentlich gereinigt und anschließend mit antiseptischer Salbe behandelt werden) – über welche Selbstheilungskräfte Du verfügst bzw. inwieweit Dein Organismus Fremdkörper abstößt (es gibt Menschen, deren Piercings ruckzuck heilen und andere, die damit trotz intensiver Pflege lange Zeit Probleme haben) – und in welchem Gesundheitszustand Du Dich zur Zeit des Heilungsverlaufes befindest (Verletzungen, frische Tattoos, Brüche, Alkohol & Nikotin etc. verzögern die Wundheilung).
Schmerzen:
Auch die Schmerzintensität hängt davon ab, was gestochen werden soll und wie es dann vom Piercer umgesetzt wird. Außerdem ist Deine eigene Schmerzgrenze ein Faktor, ein anderer Dein physischer Tageszustand. In der Regel stechen die meisten Piercer viele Piercings ohne Betäubung.
Ausnahmen hiervon sind normalerweise einige Intimpiercings sowie Piercings der Brustwarzen bei Frauen. Vereisungssprays sind ein No-Go, sie sind ungeeignet und gesundheitsgefährdend. Betäubt wird in der Regel mit einer Creme, einem Gel oder einer Salbe; hiermit wird die zu piercende Stelle bestrichen.
Nach mehreren Minuten bis zu einer halben Stunden Einwirkzeit fühlt sich die betroffene Stelle taub an und kann gestochen werden. Ich kann nur davon abraten, nach einem hektischen Arbeitstag, wenn man ohnehin schon k. o. ist, dann abends noch zu einem Piercingtermin zu flitzen; nehmt euch den Tag frei, verwöhnt euch, lasst es euch gut gehen – umso weniger wirds dann auch wehtun und umso mehr freut ihr euch über das neue Schmuckstück.
Die meisten Piercer erklären jedoch vorher gut, was sie tun werden, nehmen Dir die Angst und lenken Dich ein wenig ab; außerdem arbeiten sie schnell und effizient, sodass es ganz fix vorbei ist und Dir nicht unnötig weh getan wird. Lass nicht zu viele Piercings auf einmal stechen. In der Regel ist man nach 3 größeren Aktionen erfahrungsgemäß gut bedient, Dein Körper reagiert ab da irgendwann heftig und unter Umständen holst Du Dir so einen Horror. Also lieber immer nur eins oder zwei und dafür öfter mal auf die Pritsche.
Die unter jedem Piercing aufgeführten Risiken und Komplikationen sind übrigens wichtig und richtig, auch wenn schon viele Kunden anschließend mitgeteilt haben, dass das Stechen nicht weh getan hat, dass alles problemlos verheilt ist und sie diese Erfahrungen nicht teilen konnten.
Das ist ja auch prima, so kann es sein – aber wichtig ist, dass man vorher genau weiß, dass es auch anders kommen kann, dass man einen schlechten Tag haben kann und schmerzempfindlicher ist als sonst, dass die Heilung vielleicht langwierig und schwierig wird, der Stichkanal trotz Pflege ewig lange eitern kann oder das Piercing sogar garnicht zu halten ist und herausgenommen werden muss. Das ist ähnlich wie Formulare vor OPs – Du musst wissen, wie der Worst-Case aussehen kann.
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